Andrzej Dragan

Die Vernissage fand am Donnerstag, den 10.Juli 2008 statt.

„Diejenigen, die Gesichter sehen, sehen keine Herzen“

Dieses Sprichwort, das ursprünglich aus Portugal stammt, ist das Motto des polnischen Künstlers Andrzej Dragan, um seiner Portraitreihe „Allegories & Macabresques“ Ausdruck zu verleihen. Dragans Stil lässt Elemente der niederländischen Malerei erkennen und man muss unweigerlich an Rembrandt denken, wenn man in die Gesichter der Charaktere wie David Lynch, Mads Mikkelsen oder Jerzy Urban blickt – ohne dabei jedoch seinen zeitgenössischen Ausdruck zu verlieren. Er ist berühmt für seinen „Dragan Effect“, der in der Fotoszene sehr beliebt ist und oft kopiert wird. Dragan bearbeitet seine Fotos so, dass sie wie Gemälde aussehen. Die Reihe umfasst 22 Portraits, die im Zeitraum von drei Jahren zwischen 2004 und 2007 entstanden sind und bereits bei einigen Betrachtern Albträume verursachten. Andrzej Dragans Portraits inszenieren Gegensätzliches: Sie können den Betrachter einerseits in Schrecken versetzen und andererseits süchtig machen, so dass man den starken Wunsch verspürt, sie wieder und wieder zu betrachten. Dabei entblößen sich immer mehr Details seiner Fotografie, die sich tief im Bewusstsein verankern. Die Kraft und Deutlichkeit seiner Bilder suggerieren Nähe und faszinieren so stark, dass sie nur mit einer Distanz ertragbar scheinen.